Ich möchte hier über meinen 5 1/2 jährigen Sohn berichten, bzw. fragen, ob es hier noch andere Eltern hat, die damit Erfahrungen gemacht haben.
Mein Sohn Kaj hat sich eigentlich ganz normal entwickelt. Auch die Schwangerschaft war soweit normal, bis auf frühzeitige Wehen im sechsten Monat, die ich mit Magnesium gut in Griff bekam (dasselbe geschah bei meinem Jüngsten).
Allerdings gab es Probleme mit der Sprachentwicklung. Kaj bildete sich seine eigene Sprache. Wir, dass heisst mein Mann, meine Tochter und ich und das ganze Umfeld redeten ganz normal mit ihm, wir redeten viel mit ihm, erzählten Geschichten, das volle Programm (und zwar von Anfang an "normal", keine "Babysprache"). Verstanden werden konnte er aber nur von uns, die wir immer um ihn herum waren.
Als Kaj ca. drei Jahre alt war, sprach ich das Problem bei meiner Kinderärztin an. Das kommt schon noch war die Antwort. Nachdem sie aber meine Tochter falsch behandelte, wechselte ich den Kinderarzt. Der erkannte glücklicherweise das Problem und überwies Kaj zur Abklärung an das Inselspital in Bern. Das Resultat: schwerwiegende Sprachbehinderung im Sinne der IV. Ich wurde dann an eine einfach wunderbare Logopädin überwiesen. Kaj ging fast zwei Jahre, zweimal in der Woche zu ihr. Schon da machte er langsam einige Fortschritte, doch fiel auf, dass er oft sehr gehemmt, und sich seines "Problems" voll bewusst war. Ein "normaler" Kindergarten kam absolut nicht in Frage, Kaj ist sehr sensibel, er hätte es bemerkt, wenn gespottet worden wäre. Deshalb riet mir unsere Logopädin zu einem Sprachheilkindergarten in Biel - ich sah mir das ganze an und war begeistert. Bevor er aufgenommen werden konnte, musste Kaj aber noch durch die Erziehungsberatung Biel abgeklärt werden. Dabei kam heraus, dass Kaj überdurchschnittlich intelligent ist.
Seit diesem Jahr besucht Kaj nun also diesen "speziellen" Kindergarten (und wird auch noch ein weiteres Jahr dort sein). Er macht grosse Fortschritte, redet "normal", dass heisst einigermassen verständlich, kann aber noch keine richtigen Sätze bilden. In seine Phantasiesprache fällt er nur dann, wenn er mit seinem Bruder Fabian (2 1/2) spricht. Leider - denn Fabian nimmt diese jetzt auch an.
Nach den Feiertagen werde ich mich wegen Fabian an "unsere" Logopädin wenden müssen - es sieht ganz danach aus, als ob dass ein ähnlicher "Fall" ist. "Unsere" Logopädin und auch die Logopädin aus Kaj's Kindergarten sind der Meinung, dass es durchaus familiäre Häufungen geben kann
Gibt es hier Leidensgenossinnen mit ähnlichen Problemen?
Liebe Grüsse
Scarlet



