quelleIn der Schweiz hat sich im Jahr 2003 die Zunahme der Immunschwächekrankheit Aids auf hohem Niveau stabilisiert. Nach wie vor weist das Land eine höhere Infektionsrate als andere Länder Westeuropas aus. Jeden Tag infizieren sich hier zwei Menschen.
Aids und HIV-Infektionen sind in der Schweiz nach einem Rückgang seit 2000 wieder auf dem Vormarsch. Die positiven Testresultate steigen seit 2001 und zeigen eine eigentliche Trendumkehr, wie Sandra Meier, Sprecherin Sucht und Aids beim Bundesamt für Gesundheit (BAG), zur Aids-Statistik 2003 sagt.
Bis Ende November 2003 wurden dem Bundesamt 261 neue Ais-Erkrankungen gemeldet. Im ganzen Jahr 2002 waren es deren 199 gewesen. 2001 wurden 217 Neuerkrankungen registriert. Daraus lässt sich indessen kein Zuwachs ablesen, wie Meier erklärt. Aussagen über die Entwicklung sind nur annähernd möglich.
Nur gerade 95 dieser Neuregistrierungen wurden nämlich 2003 auch diagnostiziert. 55 Neuerkrankungen wurden 2002 festgestellt und erst im zu Ende gehenden Jahr gemeldet, der Rest stammt aus noch früheren Jahren. Das BAG rechnet, dass ihm im Mittel innerhalb von drei Jahren nach der Diagnose lediglich 86 Prozent der Aids-Fälle gemeldet worden sind.
Aufgrund der vorliegenden Fakten sieht das BAG eine Stabilisierung der Neuerkrankungen und -infektionen auf hohem Niveau. Meier nennt die grössere Sorglosigkeit wegen der antiretroviralen Therapien als Grund.
Regional am stärksten mit Aids konfrontiert blieben die grossen Ballungsräume wie Zürich (53 neu gemeldete Fälle), Genf (26), der Kanton Waadt (29) und Basel-Stadt (18). Auf die Population bezogen hatte der Kanton Glarus seit Ende November 2002 mit 13,6 Fällen auf 100 000 Einwohner die höchste Aids-Rate, gefolgt von Basel-Stadt (9,8), Genf (6,2) und dem Tessin (5,6). Das landesweite Mittel weist für den Zeitraum 3,6 Aids-Fälle und 10,6 positive Tests auf 100 000 Einwohner aus.
Ich finde es erstaunlich und zugleich erschreckend, dass die Ansteckung durch Aids weiterhin zunimmt. Es ist doch keine unbekannte Krankheit mehr, und eigentlich sollte doch jeder aufgeklärt sein!


